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Flexibilität

Nächste Schritte:

Wir haben oft darüber gesprochen, dass eines der Dinge die wir lernen müssen Flexibilität ist. Scheinbar müssen dies noch üben, da sich zwischenzeitlich wieder einmal die Pläne geändert haben. Wir dachten, dass im Juni unser Flugzeug in Honduras ankommen wird und wir unsere Arbeit in Rus Rus starten können. Leider wurde jedoch ein Defekt an einem der Flügel gefunden, der zuvor noch repariert werden muss. Wenn alles klappt sollte unser Flugzeug nun im August kommen.

Im Norden von Honduras, in Balfate, gibt es ein Missionskrankenhaus mit 29 Betten, 2 Operationsräumen und einer Ambulanz: “Loma de Luz”.  Dort werden wir ab Anfang Juli sein, bis unser Flugzeug einsatzbereit ist. Nina wird dort mit einem Team aus Ärzten, Krankenschwestern und Hebammen zusammenarbeiten. Wir freuen uns darauf, wertvolle Beziehungen für unsere zukünftige Arbeit zu knüpfen und einen besseren Einblick in die Tropenmedizin zu bekommen.

 

Was uns beschäftigt:

auf der Suche nach Lebensmittel

Neben Wassermangel, Stromausfällen, chaotischen Verkehrsverhältnissen, überfüllten Märkte und unkontrollierbaren Tieren auf den Straßen macht uns vor allem eines zu schaffen: die Armut.

Menschen hier kämpfen tag täglich mit Dingen die für uns selbstverständlich sind. Sie können sich nicht einmal die medizinische Basisversorgung leisten. Menschen mit starker Behinderung nach Arbeitsunfällen sind obdachlos auf der Straße, wenn jemand ein Auge oder alle Zähne verliert, kümmert sich keiner darum. Kinder leiden hier an eigentlich vermeidbaren Erkrankungen. Viele haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Familien mit vielen Kindern ohne Vater leben ohne Versorgung, schon die Kleinsten müssen auf der Strasse betteln gehen. Unsere Nachbarn, mit denen wir guten Kontakt geschlossen haben, leben in einer kleinen Bleibe ohne Kühlschrank oder Warmwasser. Wellblechhütten mit Lehmboden am Straßenrand mit halbnackten Kinder direkt neben der Schnellstraße spielend, sind hier ganz normal. An den Mülltagen kommen Menschen um den von Maden befallen Müll zu durchwühlen. In den ländlichen Gebieten tun uns die Kinder besonders leid: viele haben schwarze, Karies befallene Zähne, gehen nicht zur Schule und haben somit keine Hoffnung auf ein besseres Leben. Wir helfen wo wir können, versuchen Beziehungen zu knüpfen und uns Zeit zunehmen um Bedürfnisse zu erfahren und Hoffnung zu schenken. Es ist herzzerreißend und führt uns alle zu einer tiefen Dankbarkeit und Zufriedenheit mit dem was wir haben.

Sicherheit:

Siguatepeque ist das kleine Städtchen in dem wir für die ersten Monate lebten und hier fühlten wir uns eigentlich sicher. Natürlich achten wir auf unsere Umgebung, nehmen immer verschiedene Wege und ändern unsere Routine. Dennoch werden wir immer wieder herausgefordert. Kurz nach unserer Ankunft standen wir auf einer sehr belebten Straße an einem Geschäft an, als ein Mann neben uns in der Schlange von zwei Männern in ein vorbeifahrendes Auto gezerrt und gekidnappt wurde. Ein anderes Mal gingen wir zu Fuß durch die Stadt, als auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Knall zu hören war. Erst dachten wir an einen geplatzten Autoreifen oder an ein Feuerwerk. Als es aber weiter knallte sahen wir, dass jemand auf der anderen Straßenseite erschossen wurde.  Armut führt oft zur Aussichtslosigkeit und manchmal auch zur Gewalt. Leider hat das Opfer den Anschlag nicht überlebt.

 

Gemeinde:

Während unserer Zeit in Siguatepeque haben wir eine kleine christliche Gemeinde besucht. Wir haben dabei viele neue Freundschaften schließen dürfen und werden die Gemeinschaft vermissen.

 

Gebetsanliegen:

  • In den nächsten Tagen werden wir hoffentlich zum vorletzten Mal umziehen: in die Nähe des Missionsspitals. Wir sind müde vom Packen, haben zwar nicht viel aber es muss sich alles auf der Ladefläche unseres Pickups ausgehen. Wir bitten Gott um Schutz beim Umzug.
  • Montag Nachmittag haben wir erfahren, dass unser Aufenthaltsgenehmigung fertig ist und wir nun bis Freitag bei den Behörden in der Hauptstadt (Tegucigalpa) erscheinen müssen. Behördenwege dauern hier stunden-tagelang und sind sehr nervenraubend. Außerdem sind für Freitag Streiks und Straßenblockaden angekündigt. Wir bitten Gott um eine rasche komplikationslose Abwicklung.
  • Wir bitten weiterhin um übernatürlichen Schutz vor Tropenerkrankungen und dass wir Gott und anderen Menschen mit unserem Leben dienen können.

Nach langer Vorbereitung auf unser Leben und unsere Arbeit hier, merken wir in den letzten Wochen, wie traurig aber gleichzeitig auch schön es ist, die Not direkt vor Ort zu sehen und unmittelbar einzugreifen zu können. Die Dankbarkeit der Menschen lässt unser Herz jubeln und lässt uns vieles hier leichter ertragen.

Wir freuen uns von euch zu hören.

Gottes Segen,

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  1. Hey Christoph und Nina!
    Wow es ist unglaublich, wie groß die Not und Armut ist. Für mich ist es teilweise unvorstellbar. Danke von ganzem Herzen, dass ihr gegangen seid – ich bete für euch! Ich lese eure Berichte immer gespannt!

    Lg aus Eberstalzell

  2. So good to hear from you all. Sorry for all the trials and troubles, but we know God has a plan. Praying for you all daily. Asking God to keep you safe so you can do His mission work.

    Your Brother and Sister in Christ
    Dan and Rebecca Ingle – Mt Zion Baptist Church -Liberty, NC

  3. Liebe Nina und Chrisi, vielen Dank für diese bildhaften Einblicke in euer Leben. Oh wie traurig, an jedes dieser Kinder zu denken, die so wenig Hoffnung haben. Danke für Euren Liebesdienst an diesen Menschen. Danke für die geteilten Gebetsanliegen, und die schönen Fotos. Ihr seid eine wunderbare Familie.
    Der Friede unseres Herrn, und Seine schützende Gegenwart umgeben euch jede Sekunde! Ganz gutes Gelingen beim Umzug. Im Gebet bei euch, Dani

  4. Hallo liebe Geschwister,
    Danke für den Bericht eurer herausfordernden Arbeit. Nur wer vor Ort ist hat den ganzen Einblick von Not, Gewalt und scheinbar hoffnungsloser Zukunft.
    Gott sieht euer Herz und Wollen. So wird er Schutz , Gelingen und Segen schenken.
    Ich denke gerade an Daniel in der Löwengrube.
    Menschlich gesehen ein Ding der Unmöglichkeit zu überleben, aber Gott hat Gewalt über Himmel und Erde.
    So seid gewiss dass ER bei euch ist am Tag und in der Nacht.
    Herzlichste Arbeitsgrüße aus dem Botanischen Garten wo ich grad meinen Sonntag verbringe.

    Martina

  5. Liebe Familie!
    Im gestrigen Bibelkreis in Saxen betrachteten wir Apg.16. Da ist uns etwas wieder sehr gross geworden: der Name Jesus (V.18). In diesem Namen erleben wir Sieg. Dieser Name bedeutet Bewahrung. Diesen Namen JESUS wollen wir über Euch als Familie ausrufen. Es gibt niemand Grösseren und auch keinen andern Retter als Jesus. ER segne und behüte Euch. Im Gebet mit Euch verbunden, grüssen ganz herzlich
    Peter und Margit

  6. Lieber Christoph, liebe Nina!
    Liebe Grüße aus Enns! Wir werden am kommenden Sonntag der Gemeinde von euch berichten und für euch beten. Bitte seid weiterhin achtsam! Viel Kraft und Geduld im HERRN!

  7. HERR, Du schenkst mir Kraft, bevor ich zerbreche und gibst mir Mut, bevor ich verzweifle.